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A / B

Chris Andrews
Chris Andrews, (geboren als Christopher Frederick Andrews am 15.10.1942), ist knapp 20 Jahre alt, als er beginnt Musik zu schreiben und zu interpretieren. In der ersten Hälfte der 60er hält er sich mit seiner Band Chris Ravel & The Ravers in Hamburg auf. Die Reeperbahn mit dem *Star-Club, Top-Ten und dem Kaiserkeller ist zu jener Zeit das Mekka für englische Künstler. Bereits 1963 hat der Sänger und Songschreiber für Brian Faith einen Top-10-Hit geschrieben. 1964/65 schreibt Chris für Sandie Shaw mit den Titeln Girl Don´t Come und Long Live Love zwei Top-10-Nummern. 1965 gelingt ihm sein größter Wurf. Chris Andrews schreibt erstmals für sich. Das Stück Yesterday Man wird ein Millionseller und Welthit. Dem Künstler, inzwischen nach Deutschland übergesiedelt, gelingen mit To Whom Is Concerns (1966) und Pretty Belinda (1969) zwei weitere Top-10-Notierungen. Außerdem ist der Sänger mit weiteren Hits in der Top-20.

Long John Baldry
Die erste große Liebe von Long John Baldry (*12.01.1941 als John William Baldry) gilt Ende der 50er Jahre dem Folk und der Jazzmusik, verlegt sich aber später mehr auf R&B. Über die Stationen Blues Incorporaded, Hoochy Coochy Men und Steampacket kommt John zu Bluesology. All diese Gruppen haben teilweise hervorragende Platten aufgenommen, die sich aber nicht sonderlich verkaufen. Long John Baldry entschließt sich zu einer Solo-Karriere und hat im November 1967 mit der Pop-Ballade Let The Heartaches Begin einen Nr.1-Hit in GB. Er bringt weitere Pop-Stücke heraus, allerdings ganz oben sind diese nicht. Ende der 70er zieht der Künstler nach Vancover, Kanada und bringt dort 1992 die LP It Still Ain´t Easy heraus. Am 21.07.2005 stirbt der Sänger an einer schweren Lungeninfektion.

Baltimora
Baltimora ist das Pseudonym des nordirischen Sängers Jimmy McShane (* 23. 05. 1957 in Londonderry; † 29. März 1995). Sein größter Hit ist 1985 „Tarzan Boy“, ein typischer Italo-Disco-Song. In Deutschland und Großbritannien landet der Song auf Platz 3 der Charts und in Amerika auf Platz 13. Dieser Song wird in der US-amerikanischen Fernsehwerbung für Listerine gespielt. Ein Remix des Songs schafft es auf den Soundtrack des dritten Films der „Teenage Mutant Hero Turtles“.
In Wirklichkeit ist McShane nur das Gesicht von Baltimora. Das Songwriting und der Gesang stammen von Maurizio Bassi.
McShane war homosexuell. Baltimora und „Tarzan Boy“ wird deshalb oft als Symbol für die Homosexuellenbewegung benutzt.
McShane stirbt 1995 an den Folgen von AIDS.

Bobby Bare
Bobby Bare, 1935 in Ironton, Ohio als Robert Joseph Bare geboren, verbringt als Sohn eines Farmers eine harte Kindheit. Seine Eltern sind arm, die Familie kann nur mühsam ernährt werden. Als Teenager geht Bobby nach Springfield, arbeitet in Fabriken und als Eisverkäufer und spielt nachts in einer kleinen Country-Band. Mitte der 50er zieht Bobby Bare nach Los Angeles, nimmt ein paar Platten auf und schreibt – kurz bevor er 1958 zum Militär eingezogen wird – für seinen Kumpel Bill Parson einen Riesenhit. Später nimmt Bobby den Song „All American Boy“ selbst noch einmal auf. Mit „Detroit City“ verbucht er seinen ersten Top-10-Erfolg, der ihm sogar einen Grammy einbringt. Es folgen weitere Chart-Erfolge und bis in die 80er hinein gilt Bobby Bare als einer der einflussreichsten und talentiertesten Songschreiber der Country-Szene.

Jay Bastos

Der Sänger Juan "Jay" Bastos, geb. 1952 in Köln, spielt zunächst bei den Faces und Hush, bevor er 1971 Soloaufnahmen auf den Markt bringt. Die Singles Holy Goly Girl und Loop di Love sind zumindest in den Diskotheken erfolgreich. Nebenher arbeitet der Sänger als Verlagskomponist für Gruner + Jahr und bringt mit Summerdream und For Your Love weitere Aufnahmen heraus, die jedoch wenig erfolgreich sind. Jay Bastos ist zwischenzeitlich Mitglied der Band Santiago und gründet 1979 mit Günter Lammers das Duo Bogart, das einige Charterfolge vorweisen kann.

Dave Berry

Weil David Holgate Grundy ein glühender Verehrer von Cuck Berry ist, gibt er sich den Künstlernamen Berry. Dave Berry wird am 06.02.1941 in Woodhouse, Sheffield geboren. Ab 1961 tritt er mit der Backing Group The Cruisers auf mit denen er fast ausschließlich Hits von Chuck Berry nachspielt. Das man mit Nachziehern auf Dauer keine Karriere aufbauen kann, wurde ihm irgendwann auch klar. So hat er als Solist mit Crying Game (1964), Little Things (1965) und Mama (1966) drei Top-10-Hits. Das war es dann aber auch schon für Dave Berry.


Mike Berry
Mike Berry, geboren am 1943 in Hackney, London ist wie der Plattenproduzent Joe Meek ein glühender Verehrer von Buddy Holly. So heißt seine erste Single folgerichtig Tribute To Buddy Holly mit der Mike Berry zum ersten Mal in den UK-Charts auftaucht. 1963 folgt eine weitere Top-10-Notierung. Kurz danach ist seine Gesangskarriere beendet. Bei Joe Meek geht die Verehrung zu Buddy Holly soweit, dass Joe sich am 03.02.1967, dem Todestag von Buddy Holly, erschießt. In den 70ern arbeitet Mike Berry überwiegend als Schauspieler für das britische Fernsehen. Dann steht er überraschend im August 1980 mit The Sunshine Of Your Smile erneut in den Top-10.

Barry Blue
Der Songschreiber und Sänger Barry Blue wird am 12.12.1950 als Barry Ian Green geboren. 1972 schreibt er gemeinsam mit Linsey de Paul den Titel Storm In A Teecup, ein Hit für die Fortunes. Schon vorher schreibt Barry sehr erfolgreich für andere britische Künstler. Mit und für Linsey de Paul schreibt er in der ersten Hälfte der 70er weitere erfolgreiche Nummern. Mit Dancing On A Saturday Night und Do You Wanna Dance hat Barry Blue selbst zwei Top-10-Hits. Ab Mitte der 70er taucht er als Interpret nicht mehr auf.


Graham Bonney
Graham Bonney wird am 02.06.1945 in Stratford, London als Graham Bradley geboren. Er singt zunächst in den britischen Bands Expresso Five und Riot Squard, bevor er sich 1965 entschließt eine Solokarriere zu starten. Seine erste Single My Little World floppt, aber im Juli 1966 kommt sein Riesenhit Super Girl in die Charts, Nr. 26 in GB und Nr.8 in Deutschland. Das Girl mit dem La-La-La ebenfalls 1966 und Siebenmeilenstiefel (1967) sind weitere Top-10-Notierungen in Deutschland. Graham merkt sehr schnell, dass seine musikalische Zukunft in Deutschland liegt und singt deshalb überwiegend in deutscher Sprache. Folgerichtig siedelt der Sänger in den 70ern ganz nach Deutschland über. Weitere Hits von Graham Bonney: Traumgirl und 99,9 Prozent (1968), Wähle 3-3-3, Keine Küsse und keine Tomaten sowie Hey Little Lady (1969), Ich mach ein Interview mit deinem Herzen (1970), Hallo Taxi (1971), Brandy, Papa Joe und Du bist viel zu schön, um alleine nach Hause zu geh´n (1972), Ich hab´ die ganze Nacht nur an dich gedacht (1973) und Mein Kopf auf deinem Kissen (1983).

Daniel Boone
Daniel Boone wird am 31.07.1942 als Peter Green geboren. 1958 gründet der britische Sänger und Songwriter die Beachcombers und geht 1959 nach London. Dort wird er Mitglied der Formation Bruisers, die 1963 mit Blue Girl in der Top-40 der britischen Hitparade sind. Daniel schreibt u.a. für Tom Jones und die James Boys, arbeitet als Studiomusiker und hat 1971 mit Daddy Don´t Walk So Fast eine Top-20-Notierung in den UK-Charts. Ein Jahr später landet er in Deutschland mit Beautiful Sunday seinen ersten und einzigen Nr.1-Hit. Obwohl er mit Annabelle, Skydiver oder Sunshine Lover weitere gut tanz- und hörbare Stücke herausbringt, will ihm kein weiterer Erfolg gelingen. 2008 versucht Daniel Boone mit Flower Power ein Comeback.

David Bowie
David Bowie (mit bürgerlichem Namen David Robert Jones) wird am 08.01.1947 in London geboren. 1963 spielt er erstmals in der Öffentlichkeit und gründet 1964 mit Schulfreunden die King Bees. Ab 1966 arbeitet David als Solist, der Erfolg stellt sich aber erst 1969 ein. Space Oddity wird Nr.9 in GB. Danach dauert es drei Jahre bis zum nächsten Erfolg. Im Juni 1972 steht die Aufnahme Starman auf Platz zehn der UK-Charts. Die Top-10-Erfolge des Künstlers gehen bis in das Jahr 1993. David Bowie steht allein in GB, den USA und Deutschland 23mal in den Top-10, davon fünfmal auf Platz eins. Zudem singt er zusammen mit: Queen – Under Pressure (1981), Bing Crosby – Little Drummer Boy/Peace On Earth (1982), der Pat Mentheny Group – This Is Not America (1985) und mit Mick Jagger – Dancing in The Street (ebenfalls 1985). Der vielseitige David Bowie ist ebenfalls ein hervorragender Schauspieler. Er ist in Labyrinth und Absolute Beginners zu sehen und spielt am Broadway mit großem Erfolg den Elephant Man. Am 10. Januar 2016, zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag, stirbt David Bowie an Krebs.

Johnny Bristol
Johnny Bristol, geb. am 03.12.1939 in Morganton, North Carolina, beginnt 1960 seine musikalische Karriere, als er zusammen mit Jackey Breaver als Johnny & Jackey Platten aufnimmt. Weil die Beiden ziemlich erfolglos bleiben, wird Johnny Bristol Songschreiber und Produzent bei Mowton. Er arbeitet mit Edwin Starr, David Ruffin, den Detroit Spinners, oder Stevie Wonder zusammen. 1973 verlässt er Motown und wird Produzent bei CBS um dort seine selbstgeschriebenen Songs unterzubringen. Da CBS das ablehnt, verkauft er sie an MGM. Die veröffentlichen das Stück Hang On In There Baby - das promt 1974 ein Top-10-Hit in den USA und GB wird. Am 21.03.2004 stirbt Johnny Bristol im Alter von 65 Jahren.

James Brown
Den Spitznamen Godfather Of Soul trägt der am 03.05.1928 in Macon, Georgia geborene James Brown zu recht. Wer ihn je auf der Bühne gesehen hat, weiß, warum man den Soul-Sänger als Hardest Working Man in Show Buisiness bezeichnet. In den R&B Charts belegt er in der Auflistung der erfolgreichsten Interpreten aller Zeiten Platz eins vor Aretha Franklin. 1955 gründet James Brown seine Gruppe Famous Flames. Mit Try Me hat der Sänger 1958 seinen ersten Chart-Erfolg, dem noch 93 weitere bis 1986 folgen sollen. Mit seinen großen Soul-Erfolgen steht er besonders in den 60ern weltweit in den Charts. 1986 gehört James Brown zu den ersten Künstlern die in die neu gegründete Rock´n Roll Hall Of Fame aufgenommen werden. Ende 1988 erhält der Sänger sechs Jahre Gefängnis, weil er sich auf der Interstate ein Rennen mit der Polizei liefert und mit einem Revolver herumfuchtelt. Im Februar 1991 wird er vorzeitig entlassen. Für viele schwarze Künstler ist der am 25.12.2006 gestorbene James Brown auch heute noch das ganz große Idol.

Joe Brown
Joe Brown kommt am 13.05.1941 in Swarby, Lincolnshire, GB zur Welt. Ende der 50er singt in der Skiffle-Group Spaceman, die sich wenig später in Joe Brown & The Bruvvers umbenennen. Sie singen überwiegend amerikanische Hits nach - das auch auf ihren Platten. Joe Brown hat mit A Picture Of You (1962), It Only Took A Minute (1962) und That´s What Love Will Do (1963) drei Top-10-Hits. Dann kommen die Musiker aus Liverpool und räumen die meisten anderen britischen Konkurrenten aus dem Weg. Anfang der 70er versucht sich Joe Brown mit seiner Frau Vicky, die Anfang der 60er mit den Vernon Girls selbst in den Charts stand, erfolglos mit Country-Songs.


C
Roy C.
Roy C., geboren 1943 als Roy Charles Hammond in New York, beginnt seine Karriere in den frühen 60ern als Mitglied der R&B-Gesangsgruppe Genies.
Der Erfolg soll sich aber erst als Solist unter dem Künstlernamen Roy C. einstellen. Im April 1966 steht er mit Shotgun Wedding auf Platz 6 in GB und ein wenig später in Deutschland in der Top-20. Als die Nummer in GB 1972 erneut veröffentlicht wird steht sie abermals in der Top-10. Weitere Erfolge gelingen Roy C. jedoch nicht. So reiht sich diese Aufnahme nahtlos in die vielen One-Hit-Wonder ein.

Glen Campbell
Der Ausnahme-Gitarrist Glen Campbell wird am 22.04.1936 in Billstown, Arkansas geboren. Er schafft es sowohl in die Pop- als auch in die Country-Charts. Begonnen hat alles 1954 in der Band seines Onkels Bill. 1960 ist Glen Mitglied der Formation Champs und hat 1961 seine erste Hit-Notierung in der US-Single-Hitparade. Glen Campbell ist nebenher ein gefragter Studiomusiker (u.a. für die Beach Boys) und taucht 1968 erstmals mit dem Titel Wichita Lineman in den Top-10 auf. 1969 singt er im Duett mit Bobby Gentry den Schmusesong All I Have To Do Is Dream. Nebenher ist Glen Campbell auch als Schauspieler erfolgreich.

Adriano Celentano
Der gelernte Uhrmacher Adriano Celentano wird am 06.01.1938 in Mailand geboren. Der Sänger und Schauspieler tritt 1957 mit seiner Band Rock Boys mit großem Erfolg beim Mailänder Rock´n Roll Festival auf und ist 1958 zum ersten Mal im italienischen Fernsehen. Zwei Jahre später belegt Adriano beim San Remo Festival einen hervorragenden zweiten Platz. 1963 gründet er seine Firma Clan Celentano (Verlag, Konzertagentur, Platten- und Filmproduktionsfirma). Er verliebt sich in die Schauspielerin Claudia Mori - die beiden heiraten 1964 und haben drei gemeinsame Kinder. Mit seiner Reibeisenstimme nimmt er bis in die 90er Platten auf und verkauft in seiner langen Karriere europaweit über 80-Millionen Tonträger.

Neil Christian
Neil Christian wird am 14.02.1943 in London geboren. Sein bürgerlicher Name ist Christopher Tidmarsh. Er gilt als einflussreicher Rock- und Pop-Interpret der Vor-Beatles-Ära. In seiner Begleitband spielten spätere Größen wie - Jimmy Page, Albert Lee, Mick Abrahams und Ritchie Blackmoore. Mit That´s Nice (1966) und Two At A Time (1967) hat der Sänger zwei Hits.

Jimmy Cliff
Der Jamaicaner Jimmy Cliff gehört zu den Ersten die in Europa mit Reggae Erfolg haben. Am 01.01.1948 als James Chambers geboren, bringt er Mitte der 60er mit Hurricane Hattie seine erste Single heraus. Die Aufnahme macht Jimmy in Jamaica zum Star und bringt ihm in GB einen Plattenvertrag bei Island Records ein. Seine Single Wonderful World, Beautiful People ist im Oktober 1969 Platz sechs in GB. Mit Wild World folgt 1970 ein weiterer Top-10-Erfolg. Jimmy Cliff tritt auch als Filmschauspieler in Erscheinung. In dem Film The Harder They Come spielt er 1972 einen jungen Mann, der sein ländliches Zuhause verlässt um in der Stadt sein Glück zu versuchen. In diesem Streifen spielt Jimmy sich selbst. 1986 ist er in dem Film Club Paradise ein weiteres Mal als Schauspieler zu sehen. Auch als Songschreiber ist der Künstler ziemlich erfolgreich. 1993 ist Jimmy Cliff noch einmal in den Charts. In dem Film Cool Runnings singt er den Johnny-Nash-Titel I Can See Clearly Now und schafft es in den USA auf Platz 18 und in GB auf Position 23.

Alice Cooper

Der Rock-Musiker Alice Cooper wird am 4. Februar 1948 in Detroit, Michigan als Vincent Damon Furnier geboren.
Er gilt als einer der Wegbereiter des Genres Schockrock. Durch die provokanten Texte seiner Lieder und Auftritte mit viel Make-Up gelingt es ihm, zu polarisieren. Besonders durch provozierende und aufwändige Bühnenshows wird Alice Cooper bekannt. Zahlreiche Musiker und Bands wie: Ozzy Osbourne, Kiss, Marilyn Manson oder Lordi, werden maßgeblich durch Coopers Musik und seine Show beeinflusst.
1964 gründet Alice Cooper, damals noch als Vincent Furnier, seine erste Gruppe „The Earwigs“. Nach mehreren Umbenennungen heißt die Band ab 1968 The Alice Cooper Group.
Im gleichen Jahr trifft die Band den Musiker Frank Zappa und bringt 1969 und 1970 zwei Alben bei dessen Label Straight Records heraus; beide sind noch wenig erfolgreich.
Die Band entwickelt mit Produzent Bob Ezrin ihren klassischen Sound und ihre charakteristische Bühnenshow mit Sänger Cooper im Mittelpunkt. Mit einem bisher in diesem Umfang noch nie dagewesenen Aufwand an Lasereffekten, Kostümen, Make Up und Requisiten aus der Folterkammer führt die Band auf ihren Tourneen grelle Horrorshows auf, in deren Verlauf Cooper mit einer Boa hantiert, große Mengen künstliches Blut vergießt, in Zwangsjacken gesteckt und auf andere Arten gefoltert wird und als „Höhepunkt“ mittels Erhängen oder Enthauptung jeweils seine Hinrichtung simuliert. Die Konzerte werden oft erst für jugendliche ab 18 Jahren freigegeben, was regelmäßig für ausverkaufte Konzerthallen sorgt.
Nachdem die Band mit dem Hit „I’m Eighteen“ vom Album „Love It To Death“ 1971 einen ersten größeren Erfolg hat und auch mit dem Nachfolgealbum „Killer“ weiterhin Furore macht, gelingt 1972 mit dem Konzeptalbum „School’s Out“ und dem gleichnamigen Top-10-Hit der endgültige Durchbruch. Das Nachfolgealbum „Billion Dollar Babies“ (1973) ist noch einmal ungleich erfolgreicher und macht die Alice Cooper Group zu einer der größten und bedeutendsten Rockgruppen der Zeit. Große Hits dieses Albums waren unter anderem „Elected“ und „No More Mr Nice Guy“. Nach dem weniger erfolgreichen Album „Muscle Of Love“ (1973) folgte im folgenden Jahr die (niemals offiziell erklärte) Trennung des Sängers von der Band.

Joe Cocker
Der am 20.05.1944 in Sheffield geborene Joe Cocker besitzt einen sehr hohen Stellenwert bei seinen Musikerkollegen, außerdem ist er ein wahres Stehaufmännchen. Der Sänger hat alle Höhen und Tiefen im Showgeschäft mitgemacht, denn die Haie in der Musikbranche haben ihm oft genug das Fell über die Ohren gezogen. Trotzdem zählt der Sänger mit der Reibeisenstimme und den unkoordinierten Bewegungen auf der Bühne (sie sind aufgrund einer sehr seltenen Krankheit angeboren), zu den ganz Großen. 1968 hat die Woodstock-Legende mit der Beatles-Nummer "With A Little Help From My Friends" seinen ersten großen Erfolg. Die Beatles hatten das Stück vom Album "St. Pepper" nicht als Single herausgebracht, Joe Cocker ist damit Nr. 1 in GB. Es folgen mit "Delta Lady" (1969), "The Letter" (1970), "You Are So Beautiful" (1975), und "Up Where We Belong" (1982, im Duett mit Jennifer Warnes) weitere Top-10-Notierungen. Inzwischen macht Joe Cocker weniger durch Schlagzeilen und Alkohohl auf sich aufmerksam, sondern durch ehrliche Arbeit, ausverkaufte Konzerte und gut gemachte Musikaufnahmen. Bis heute ist er mit CD´s und Live-Auftritten präsent. Joe Cocker stirbt am 22. Dezember 2014

D
Desmond Dekker
Desmond Dekker wird 1963 Mitglied der Gruppe Aces. Der am 16.07.1942 als Desmond Dacres in Kingston geborene Sänger, gilt als einer der ersten Reggae-Interpreten die Erfolg haben. Seine erste Single heißt Honur Your Mother And Father. 1967 werden die Briten auf ihn aufmerksam. Mit seiner Platte 007 Shanty Town erreicht Desmond Platz 14 in den britischen Charts. Sein größter internationaler Erfolg wird 1969 die Aufnahme Israelites. Als erster jamaicanischer Sänger steht er an der Spitze der englischen Hitparade. Auch Deutschland wird dieser Titel Nr.1 und in den USA immerhin Nr.5. It Miek wird 1969 ein weiterer Top-10-Erfolg in GB. Ein Jahr später ist er ein weiteres Mal in den Top-10 vertreten. Die Aufnahme You Can Get It If You Really Want wird Nr.2 in GB und Nr.9 in Deutschland. Als 1971 sein Produzent Leslie Kong stirbt, siedelt Desmond Dekker ganz nach London über. Inzwischen hat dort eine andere Generation von Reggae-Künstlern das Sagen. Allen voran Bob Marley. Desmond Dekker tourt bis 2006. Als er im Mai 2006 nach einer dreiwöchigen Tournee durch Europa nach England zurückkommt, stirbt er am 25.05.06 nach einem Herzinfarkt.

Neil Diamond
Neil Diamond ist einer der ganz großen im Musikgeschäft. Geboren wird er am 21.01.1941 in Coney Island, Brooklyn, New York als Noah Kaminsky. In seinem Stück Beautiful Noise besingt Neil seine Lieblingsstadt New York, die Stadt in der er aufgewachsen ist. Wie er zu seiner Musik kommt, schildert Neil Diamond so: „Als ich 16 Jahre alt war, kam ich mit meiner High-School in ein Sommerferienlager. Dort trat der berühmte Folksänger Pete Seeger auf – nur er alleine auf der Bühne, sang er selbstgeschriebene Songs zur Gitarre. Das hat mich beeindruckt“. In den frühen 60ern versucht sich Neil erfolglos als Songwriter. Jay & The Americas kommen 1965 mit Sunday And Me in die Top-20. - der Autor: Neil Diamond, der damit seinen ersten Erfolg verbuchen kann. Nun ist er auch als Interpret gefragt. Er erhält 1966 einen Plattenvertrag und steht mit Cherry, Cherry im gleichen Jahr promt auf Platz sechs in den US-Charts. Nur wenige Monate später haben die Monkees mit I´m A Believer und A Little Bit Me, A Little Bit You zwei Millionseller – beide geschrieben von Neil Diamond. Er selbst bringt Hit auf Hit in die Top-10. Sweet Caroline, Cracklin´ Rosie, I Am... I Said..., Song Sung Blue, Longfellow Serenade, Shilo oder Soolaimoon... um nur einige zu nennen. Neil singt im Duett mit Barbara Streisand, UB 40 sind mit ihrer Version von Red Red Wine in GB Nr. 1. Bis 1982 ist Neil Diamond nicht weniger als 14 mal in den Top-10.

Joe Dolan
Schon im Alter von 19 Jahren wird der Ire Joe Dolan Profi. 1964 nimmt er mit seiner Begleitband Drifters seine ersten Platten auf und ist in den 60ern ein erfolgreicher Sänger in Irland. 1969 dann sein erster internationaler Erfolg. Make Me An Island wird ein weltweiter Hit und ein Millionseller. Mit Teresa (1969), You´re A Such Good Looking Woman (1970), The Most Wanted Man In The USA (1973) und I Need You (1977) sind weitere internationale Erfolge. In seiner Heimat Irland ist Joe Dolan danach weiterhin erfolgreich. Am 26.12.2007 stirbt Joe Dolan an Gehirnbluten.

Donovan
Amerika hat ihren Bob Dylan, GB sucht einen ähnlichen Typ und findet ihn in Donovan. Der Sänger wird am 10.02.1946 als Donovan Phillip Leitch in Glasgow geboren. Mit Ausnahme von Universal Soldier schreibt er alle seine Songs selbst – wie Bob Dylan. Catch The Wind ist der erste Erfolg von Donovan – im März 1965 Nr.4 in GB. Die gleiche Platzierung gelingt ihm drei Monate später mit Colours. Die nächste Aufnahme Universal Soldier, geschrieben von Buffy Sainte-Marie, kommt zwar nicht in die Charts, aber wird bis heute noch als erfolgreiche Nummer mit ihm in Verbindung gebracht. 1966 wechselt Donovan zum Produzenten Mickie Most. Sicher eine gute Entscheidung, denn im Juli 1966 sein ersten Nr.1-Hit in den USA mit Sunshine Superman. Diese Aufnahme kommt in Deutschland auf Platz 7 und in GB Nr.2. Bis 1969 folgen fünf weitere Top-10-Notierungen, wobei die letzte Single Atlantis ein Nr.1-Hit in Deutschland ist, und in den USA auf Platz 7 kommt.

Frank Duval
Der deutsche Komponist, Bandleader, Sänger und Arrangeur Frank Duval, wird am 22.11.1940 in Berlin geboren.
Er arbeitet zunächst als Regieassistent. Ende der 50er tritt er zusammen mit seiner Schwester Maria als Schlager-Duo auf. Mit ihr singt er 1960 das Lied der ARD-Fernsehlotterie Ich fahr’ mit dir und du mit mir. Bis 1966 ist er auch als Schauspieler tätig. Anschließend verlegt Frank sich hauptsächlich auf das Komponieren von Hörspielmusik.
In den 70er und 80er Jahren komponiert er die Musik zu verschiedenen Fernsehserien, darunter für die TV-Krimiserien „Derrick“, „Der Alte“ und die „Krimistunde“ sowie für zahlreiche Spielfilme.
Für die Erfolgskrimireihen „Derrick“ und „Der Alte“ schreibt Frank Duval weit über 200 Titel. Einer der größten Erfolge ist das Stück „Give Me Your Love“, das als Titelmelodie für die ZDF-Serie „Unsere schönsten Jahre“ mit Uschi Glas und Elmar Wepper in den Hauptrollen dient.
Inzwischen lebt der gebürtige Berliner zusammen mit seiner Frau Kalina Maloyer, selbst Künstlerin, zurückgezogen auf der kanarischen Insel La Palma.
Zwischen 1980 und 1986 hat Frank Duval mehrere Hitparaden-Erfolge, u. a. den Nummer-1-Hit Angel Of Mine oder Give Me Your Love. Er schreibt aber auch Titel für andere Künstler, z.B. für Peter Alexander, Bata Illic oder Alexandra.

Bob Dylan
Der US-amerikanische Folk- und Rocksänger Bob Dylan wird am 24.05.1941 in Duluth, Minesota, als Robert Allen Zimmermann geboren. Der Künstler singt, spielt Gitarre, Mundharmonika und Klavier. Er gilt als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts.
Bob beginnt Ende der 50er Jahre als Folkmusiker und wendet sich Mitte der 60er der Rockmusik zu. Neben seiner Musik sind besonders seine Texte beachtenswert.
Während sein erstes Album von 1962 noch vornehmlich Fremdkompositionen enthält und wenig Aufmerksamkeit erntet, bringen seine folgenden Alben The Freewheelin´ Bob Dylan und The Times They Are A-Changin´ den Durchbruch.
Am 3. August 1963 startet Bob Dylan seine erste große Tournee durch die USA – als Gastsänger von Joan Baez – mit der er später auch eine Liebesbeziehung beginnt. Baez ist zu jener Zeit schon ein großer Star und kann leicht größere Hallen füllen.
Dylan wird mit nicht einmal 25 Jahren eine Symbolfigur, was ihm aber nicht sonderlich behagt.
Mitte der 60er beginnt er, seine bis dahin fast ausschließlich solo und auf der akustischen Gitarre gespielte Musik elektrisch zu verstärken, und sich von einer Band begleiten zu lassen. Der Meilenstein dieses Wechsels ist sein Auftritt beim Newport Folk Festival 1965, der bei den puristischen Freunden der Folkmusik heftige Kritik auslöst.
1975/76 startet er das Projekt der Rolling Thunder Tournee, eine Art musikalischer fahrender Zirkus, mit zahlreichen Musikern. Auf der LP Desire, auf der Songs aus dieser Zeit veröffentlicht werden, singt Dylan auch im Duett mit Emmylou Harris. Besonders bekannt wird der als Single ausgekoppelte Titel Hurricane, ein Song über den Boxer Rubin Carter, dessen Karriere möglicherweise durch ein rassistisch motiviertes juristisches Fehlurteil beendet worden war.
1999 geht Bob Dylan mit Paul Simon auf eine erfolgreiche US-Tournee, auf der sie auch vier Lieder gemeinsam singen. Im August 2006 erscheint sein 32. Studioalbum mit dem Titel Modern Times, das nach Desire (1976) Bob Dylan erstmals wieder an die Spitze der US-Charts führt. Die Rückkehr auf Platz eins der US-Hitparade nach drei Jahrzehnten ist zuvor noch keinem lebenden Musiker gelungen.


E
Dave Edmunds
Der Sänger und Gitarrist Dave Edmunds wird am15. April 1944 in Cardiff, Wales geboren. Mitte der 1960er Jahre ist er Frontmann der Gruppe Love Sculpture. Die Gruppe wird bekannt dadurch, dass sie Blues, aber auch Stücke „klassischer“ Komponisten wie Aram Chatschaturjan (Säbeltanz) oder Georges Bizets Farandole spielt. Dave Edmunds ist nicht von je her ein echter Rock'n'Roller. Es ist Shakin' Stevens & The Sunsets damaliger Manager Paul Barrett, der Edmunds den Rock'n'Roll nahe bringt. 1969 beginnt Dave damit Solo-Platten aufzunehmen, auf denen er oft die meisten Instrumente selbst spielt. Mit I Hear You Knockin´ landet Dave Edmunds 1970 einen Nr.-1-Hit in den britischen Charts. Weitere Hits folgen. Er kopiert mit diesen Stücken den Sound der 1950er und 1960er Jahre im Stil von Phil Spector oder den Everly Brothers und ist 1974 in dem Film Stardust zu sehen. 1980 entdeckt Dave Edmunds in London die Stray Cats und produziert deren erstes Album (Stray Cats, 1981). Er verhilft diesen drei Teenagern aus Massapequa, Long Island, zu ihrem unverkennbaren Sound und gilt als maßgeblich mitverantwortlich für ihren Erfolg. Er arbeitet auch als Produzent für andere Musiker und Gruppen, unter anderem auch für Shakin' Stevens (1970 und 1985), Brinsley Schwarz und das Comeback der Everly Brothers.
Seit Mitte der 90er Jahre ist Dave Edmunds als Musiker nicht mehr stark in Erscheinung getreten, tritt jedoch immer wieder auf Festivals in Großbritannien auf.


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