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Paper Lace
1969 wird die britische Pop-Formation Paper Lace geründet. Sie besteht aus – Phil Wright, Cliff Fish, Michael Vaughn, Chris Morris und Carlo Santana. Fünf Jahre müssen die Musiker auf ihren ersten Erfolg warten. Mit Billy Don´t Be A Hero sind Paper Lace im Februar 1974 Nr. 1 in GB. In den USA wird die Aufnahme kein Hit, weil der amerikanische Partner der britischen Plattenfirma nicht vom Erfolg überzeugt ist. So geben die Autoren die Aufnahme an die US-Band Bo Donaldsson & The Heywoods weiter, die daraus einen Nr. 1-Hit machen. Bei der nächsten Veröffentlichung ist der amerikanische Partner vorsichtiger und so haben Paper Lace mit The Night Chicago Died mehr Glück – ebenfalls 1974 Nr. 3 in GB und Deutschland und Nr. 1 in den USA. Mit The Black Eyed Boys hat die Band ihren vorerst letzten Erfolg. Danach tauchen Paper Lace für vier Jahre unter. 1978 sind sie noch einmal auf Platz 24. Zusammen mit dem Fußballclub Nottingham Forest singen sie We´ve Got The Whole World In Our Hand.

Pickettywitch

1970 ist das erfolgreichste Jahr für Pickettywitch. Die Formation besteht aus den Sängerinnen Polly Brown und Maggie Farran und ständig wechselnden Studiomusikern. Nach dem ersten Hit That Same Old Feeling verlässt Maggie die Band und leitet später erfolgreich eine PR-Agentur in London. Mit (It´s Like A) Sad Old Kinda Movie und Baby I Won´t Let You Down gibt es noch zwei Hitnotierungen. Weitere Aufnahmen folgen zwar, aber in die Charts schaffen es Pickettywitch nicht mehr.
1974 bildet Polly Brown zusammen mit Tonny Jackson das britische Soul-Reggae-Duo Sweet Dreams. Deren Titel Honey Honey wird Nr.10 in GB.
Danach kann Polly noch einige Erfolge als Solistin verbuchen.

Pilot

Die schottische Band Pilot wird 1973 von David Paton, Bill Lyall und Stuart Tosh gegründet. Lyall hat vorher bei den Bay City Rollers gespielt. Ein Jahr später kommt Ian Bairnson als viertes Mitglied zur Gruppe. Mit dem Titel January hat die Gruppe passend im Januar 1975 einen Nr.1-Hit in GB. Im April des gleichen Jahres folgt die nächste Top-10-Notierung. Der Titel Magic wird Nr.5 in Amerika. Produziert werden die Platten von Alan Parsons. Es folgen noch zwei weitere Hits und 1977 mit Two´s A Crowd das letzte Album von Pilot. Tosh geht zu 10cc, Bairnson und Paton werden Studiomusiker u.a. für Kate Bush, Alan Parsons oder Chris de Burgh. Bill Lyall veröffentlicht Soloaufnahmen und geht danach zu Dollar. Im Dezember 1989 stirbt er an Aids.

Pink Floyd

Single-Erfolge sind bei der progressiven Rockband Pink Floyd rar. Gegründet 1965 von Roger Waters, Nick Mason, Rick Wright und Syd Barrett, spielen sie anfangs Blues, schwenken aber 1966 in Richtung Psychedelic Underground um. Mit Arnold Lane erreicht die Band im Frühjahr 1967 Platz 20 in GB. Die Nachfolge-Single See Emily Play kommt im Juni 1967 auf Platz sechs in GB. Am Anfang schreibt Syd Barrettt das Song-Material für die Band. Syd hebt in der Folgezeit mehr und mehr ab und bringt den Rest der Gruppe in Schwierigkeiten. Anfang 1968 kommt David Gilmour als fünfter Mann zu Pink Floyd. Im April des gleichen Jahres verlässt Syd Barrett die Band. Die Formation verfolgt konstant ihre musikalische Richtung und feiert in den LP-Charts einen Erfolg nach dem Anderen. 1973 setzt sich Dark Side Of The Moon an die Spitze der Album-Charts in den USA – keine andere Langspielplatte kann sich in der Geschichte der US-LP-Charts länger in der Hitparade halten als diese Platte – insgesamt 740 Wochen, das sind mehr als 14 Jahre. Über zwölf Millionen Exemplare werden von Dark Side Of The Moon verkauft. Mit Musikopus The Wall setzt Pink Floyd neue Maßstäbe. Die Konzerte sind spektakulär, der Sound perfekt. 1980 kommt es zu Differenzen zwischen Waters und Wright, worauf letzterer die Band verlässt. Nach dem Weggang von Waters kehrt Wright zurück. Aber auch ohne Waters ist die Gruppe bis in die 90er erfolgreich.

Plastic Ono Band

Die Plastic Ono Band ist zunächst nur ein Name unter dem John Lennon und Yoko Ono im Juli 1969 ihre erste Single Give Peace A Chance herausbringen. Die Band wird daraufhin 1969 von John und Yoko gegründet, um im September 1969 einen Auftritt auf dem Rock´n Roll Festival in Toronto zu absolvieren. Weitere Mitglieder sind: Alan White, Klaus Voormann und Eric Clapton. Außer dem Toronto-Auftritt bestreitet man lediglich ein weiteres Konzert. Der Auftritt in Toronto vermittelt auch Yoko Onos Bagism-Konzept. Sie verbringt weite Strecken ihrer Zeit auf der Bühne in einen weißen Sack gehüllt. Weitere Hits der Plastic Ono Band sind u.a. – Cold Turky (1969), Instant Karma (1970), Power To The People (1971), Happy Xmas (War Is Over) 1972, Whatever Gets You Trough The Night (1974) und Imagine (1975). John Lennon wird am 08.12.1980 ermordet.

Brian Poole & The Tremeloes

Brian Poole kommt am 03.11.1941 In Barking, Essex zu Welt. Über die anderen Mitglieder der Gruppe gibt es Info´s unter The Tremeloes. Die Anfänge dieser Beat-Formation gehen zurück bis in das Jahr 1958. Zu dieser Zeit spielt man überwiegend Cover-Versionen amerikanischer Rock´n Roll Hits. Am 1.1.1962 spielen sie und die Beatles bei der Plattenfirma Decca vor, um einen Vertrag zu erhalten. Brian Poole & The Tremeloes erhalten den Zuschlag, weil sie in London wohnen und so schneller erreichbar sind, sicher eine der größten Fehlentscheidungen der Plattenfirma. Im Mai 1962 erscheint ihre Debüt-Single Twist Little Sister und im July 1963 sind sie mit Twist And Shout das erste Mal in den Top-10. Zwei Monate später steht die Gruppe mit Do You Love Me zum ersten Mal auf Platz eins. Es folgen zwei weitere Top-10-Notierungen, dann lässt der Erfolg nach und so gibt man am 28.01.1966 die Trennung bekannt. Brian Poole startet eine wenig erfolgreiche Solo-Karriere, die Tremeloes sind ohne ihn wesentlich erfolgreicher.

Pops Tops

Die spanische Pop-Gruppe Pop Tops, 1967 in Madrid gegründet, heißt eigentlich „Los Pop-Tops“ und ist Anfang der 70er auch international erfolgreich.
Der musikalische Kern geht auf eine Instrumentalgruppe zurück, die seit 1961 als Los Tifones auftritt. Der französische Produzent Alain Milaud der sich schon als Manager der Rockgruppe Los Bravos einen Namen gemacht hat, entdeckt die Combo bei einem Festival und übernimmt die Geschicke der Band. Er beschafft ihnen mit dem aus Trinidad und Tobago stammenden Afro-Amerikaner Phil Trim (* 5. Januar 1940) einen Leadsänger und gibt seinen neuen Schützlingen den Namen „Los Pop-Tops“.
Ihr Musikstil ist eine Mischung aus zeitgenössischer Popmusik, Soul und Gospel, teilweise auch mit Themen aus der klassischen Musik vermengt. Ihre erste Single-Veröffentlichung ist 1967 der Song Con su blanca palidez, eine spanische Version des Klassikers A Whiter Shade of Pale von Procol Harum.
Mit Road to Freedom (Dios a todos hizo libres) hat die Formation im September 1971 einen Nummer-1-Hit in Spanien. International bekannt werden die Pops-Tops Ende des gleichen Jahres, als ihre englische Sprachversion von Mamy Blue in vielen Ländern Europas die vorderen Plätze der Hitparaden erreicht. Geschrieben wird die Musik und der originale, französische Text von Hubert Giraud, die englische Version schreibt Phil Trim. In Deutschland steht der Song 10 Wochen lang auf Platz 1.
Eine deutsche Fassung von Ricky Shayne wird in Deutschland ebenfalls zum Hit (Platz 7) und erreicht Goldstatus.
Die Nachfolgesingles Suzanne Suzanne und Hideaway kommen 1972 in Deutschland noch unter die Top 30. Der zurückgehende Erfolg der Pop Tops führt 1974 schließlich zur Auflösung der Band.

The Pretty Things

Die Köpfe der Band The Pretty Things sind Phil May und Dick Taylor. Beide stammen aus Dartford. Die Beiden gründen die Band 1963, benannt nach dem Bo Didley Titel Pretty Things. Weitere Mitglieder in der wechselhaften Bandformation sind: Brian Pendleton, John Stax, Viv Prince, Skip Alan, Wally Allen, John Povey, Peter Tolson, Stuart Brooks, Gordon Edwards und Jack Green. Die Pretty Things versuchen im Fahrwasser der Rolling Stones Erfolg zu haben, dazu fehlt ihnen aber eine charismatische Figur wie Mick Jagger. Mitte 1964 erscheint ihr erster Titel Rosalyn allerdings kein großer Erfolg. Die Nachfolge-Single Don´t Bring Me Down wird der einzige Top-10-Erfolg der Band. Die Gruppe hält konsequent an ihrem Rock-Stil fest, wird aber nach 1966 nicht mehr in der Hitparade notiert. Daran können auch etliche Umbesetzungen innerhalb der Band nichts ändern. 1969 verlässt Taylor die Pretty Things. 1971 trennen sich auch die anderen, kommen aber ein halbes Jahr später in der Besetzung May, Povey, Alan, Brooks und Edwards wieder zusammen um sich 1976 ein zweites Mal zu trennen. 1980 kommt die Band ein weiteres Mal zusammen, von der Urbesetzung sind noch Dick Taylor und Phil May dabei.

Procol Harum

A Wither Shade Of Pale ist einer der größten Klassiker und Ohrwürmer der 60er, angelehnt an einen wahren Klassiker, die Air auf der G-Saite von Bach. Procol Harum kommen mit dieser Aufnahme im Mai 1967 in GB auf Platz eins und in den USA erreichen sie die Position fünf. Einen Monat später ist der Millionseller auch Nr.1 in Deutschland. Die Lyrics stammen von Keith Reid und die Musik von Gary Brooker, der unverwechselbaren Stimme der Band. Im Alter von 14 Jahren gründen die Schulfreunde Gary Brooker und Robin Trower ihre erste Band Paramounts. 1963 erhält die Band, zu der inzwischen auch Barry Wilson gehört, einen Plattenvertrag und hat mit einer Cover-Version von Poison-Ivy einen Top-40-Hit. 1966 löst sich die Gruppe auf, die Mitglieder sind mit der Qualität der Auftritte nicht mehr zufrieden. Trower und Wilson spielen in verschiedenen R&B-Bands, Brooker bildet mit Reid ein Songwriter-Team. 1967 formiert sich Procol Harum mit – Gary Brooker, Matthew Fisher, Ray Royer, Dave Knights und Bobby Harrison. Neben A Whiter Shade Of Pale hat die Band mit Homburg (ebenfalls 1967) nur einen weiteren Top-10-Hit, obwohl die Gruppe u.a. mit A Salty Dog, She Wandred Trough The Garden Fance oder Conquistator weitere hervorragende Songs abliefert und sich mehr und mehr zu einer Album-Band mit fester Fangemeinde entwickelt. 1969 die ersten Wechsel in der Band. Fisher und Knights gehen und Chris Copping kommt. Mitte 1971 verlässt Trower die Band, für ihn kommt Dave Bell. Bis 1976 dreht sich das Musiker-Karussell. 1977 beschließt die Gruppe sich aufzulösen. Im Zuge der Oldie-Reunion in den 90ern tauchen auch Procol Harum in der Besetzung – Brooker, Fisher und Trower wieder auf – als Mitglied wird auch Texter Reid genannt.

Promises

Auf Plattenhüllen sind die Promises stets als Trio abgebildet. Zu den Geschwistern Leslie Knauer (*1957), Ben Knauer (*1958) und Jed Knauer (*1956) gehören noch ihr Vater Peter Knauer, Herb Quick und Fred Medrano. Es beginnt vielversprechend für die aus Kanada stammenden und in Kalifornien lebenden Geschwister. Nachdem sie zuvor in verschiedenen Formationen zusammen und getrennt gespielt haben, verschafft ihnen der Produzent Steve Verocca einen Plattenvertrag und schreibt mit den Geschwistern ein paar Titel. Es geht, zumindest in Deutschland, vielversprechend los. Baby It´s You, ausgekoppelt aus ihrer 1978 erschienenen LP, kommt Anfang 1979 in der deutschen Hitparade bis Platz vier. Im gleichen Jahr kommt Let´s Get Back Together in Deutschland noch unter die ersten zwanzig, das war es dann aber auch schon.

Gary Puckett & The Union Gap

1967 gründen Gary Puckett (*17.10.1942, voc/g), Gary Withem (+22.08.1946, org), Dwight Bement (*1945, sax), Kerry Chater (*07.08.1945, b/g) und Paul Whitebread (*08.02.1946, d) in San Diego, Kalifornien die Formation Outcasts. Der Erfolg der Gruppe kam mit der Umbenennung in Union Gap, nach den ersten Erfolgen dann Gary Puckett & The Union Gap. Mit Woman, Woman (1967), Young Girl, Lady Willpower, Over You (1968) und This Girl Is A Woman Now (1969) hat man fünf Singles in der Top-10. Die Band tritt in Uniformen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg auf, ein ewiger Kostümball auf der Bühne. Der wichtigste Mann der Maschinerie ist der Songschreiber und Produzent Jerry Fuller. Nachdem sich die Band und Jerry Fuller trennen, versinkt Gary Puckett & The Union Gap in der Bedeutungslosigkeit. 1971 dann die Trennung. Gary Puckett wird Schauspieler und ist auf der Bühne und im TV zu sehen.


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Racey
Phil Furdson, Richard Gower, Pete Miller und Clive Wilson aus dem britischen Weston-Super-Mare spielen zunächst erfolglos in verschiedenen Gruppen, bevor sie Racey gründen. Der Produzent Mike Most nimmt sie unter Vertrag und das Autorenteam Chinn/Chapman schreibt mit Lay Your Love On Me (1978) und Some Girls (1979) zwei Top-10-Hits für die Gruppe. Danach trennt sich Racey von Chinn/Chapman und der Erfolg lässt schlagartig nach. Die Band hat mit Oh Boy (1979 Nr. 3 in Deutschland) und Runaround Sue (1980) noch zwei Nachzieher, mehr gelingt jedoch nicht.

The Rainbows

1964 formieren sich die Klamaukrocker „The Rainbows“ in Berlin.
Die Gruppe besteht aus Hartmut Münster (*24.06.1944, voc, g), Rolf “Rolle“ Schröder (*24.06.1944, voc,g), Horst „Hotte“ Lippok (*28.11.1941, b) und Heinz-Dieter Heinze (28.08.1945, d)
Die Band erlangt 1966 kurzzeitigen Ruhm mit dem international erfolgreichen Lied „Balla Balla“, dessen Text sehr wenig Variationen aufweisst:
1. Strophe: 5× „My Baby Baby Balla Balla“, beendet mit einem „Huh Balla Balla“
2. Strophe: 24× „Balla“, beendet mit einem langgezogenen „Aahhh“
3. und 4. Strophe: siehe 1. Strophe.
Auf ihrer ersten Single heißt das Lied noch: „Balla Balla“, heute läuft es jedoch unter dem Namen: „My Baby Baby Balla Balla“.
Bereits 1965 nimmt Chubby Checker einen Song namens „Baby Baby Balla Balla“ auf. Den Rainbows gelingt es nicht, ihr Lied rechtlich zu schützen, so dass sehr viele andere Interpreten sich dies zunutze machen und mit eigenen Versionen dieses kurzfristig populären Songs auf dem damaligen Plattenmarkt erscheinen.
Anfang der 80er kommen die Rainbows dann noch einmal mit einer neuen Besetzung zum Vorschein. Zu den beiden Gründungsmitgliedern kommen noch drei weitere Musiker der Berliner Szene hinzu. Die Band besteht jetzt aus Hartmut Münster, Hans Dieter Heinze, Burkhard Hamburger, Rudolf Fischer und Darko Presicek.

Rare Earth

Die 10-köpfige Formation Rare Earth aus Detroit ist eine der wenigen weißen Künstler, die bei der Plattenfirma Tamla Motown unter Vertrag steht. Extra für weiße Interpreten hat die Firma das Unterlabel Rare Earth gegründet – und darauf ist die Band ab 1970 erfolgreich. In den späten 60er Jahren macht die Gruppe mit einem Medley der Supremes-Hits auf sich aufmerksam, was der Band eben diesen Vertrag einbringt. Im März 1970 kommen Rare Earth mit Get Ready auf Platz vier der US-Charts, vielleicht auch, weil sie diesen Klassiker auf über 20 Minuten getreckt haben. Es folgen noch zwei weitere Top-10-Hits 1970 und 1971. Im Jahr 1978 verzeichnet die Formation ihre letzte Top-40-Notierung. Trotz häufig wechselnder Besetzung veröffentlichen Rare Earth bis in die 90er Platten.

Rattles

Die deutsche Beat-Band The Rattles wird 1961 von Achim Reichel, Herbert Hildebrandt, Volker Reinhold und Dieter Sadlowski gegründet. Im Laufe der Jahre soll es zu vielen Wechseln innerhalb der Band kommen. Schon Ende 1961 kommt Joachim Kreuzfeld für Reinhold. 1962 spielen die Rattles im neu eröffneten Hamburger *Star-Club, inzwischen hat Reinhardt 'Dicky' Tarrach Sadlowski am Schlagzeug abgelöst. Im Herbst 1963 spielt die Band erstmals in England und hinterlässt einen hervorragenden Eindruck. 1966 der nächste Wechsel – für Kreuzfeld kommt Hermann 'Rugy' Rugenstein. In der Besetzung – Reichel, Hildebrandt, Tarrach und Rugestein spielt die Band im Vorprogramm der Beatles auf deren Deutschlandtournee. Danach verlässt Achim Reichel unfreiwillig die Band, er muss zur Bundeswehr. Für ihn kommt Frank Dostal als Sänger. Im Herbst 1967 verlassen Tarrach und Dostal die Rattles um mit Achim Reichel, Frank Schulz und Les Humphries die Gruppe Wonderland zu gründen. Herbert Hildebrandt bringt zur gleichen Zeit den Party-Titel Hey Jean, Hey Dean heraus, einmal unter dem Namen Pegasus, einmal unter Herbert & Birgit. 1970 hat die Gruppe mit The Witch ihren einzigen Top-10-Hit. Die Besetzung – Edna Bejerano, George Miller, Zappo Lüngen und Herbert Bornhold – hat eigentlich mit den alten Rattles nichts mehr gemein. 1989 formiert sich die Band neu, dieses Mal mit Achim Reichel, Herbert Hildebrandt, Dicky Tarrach und Henner Hoier (Ex-Rivets, Ex-Les Humphries Singers). 1992 steigt Reichel wieder aus und startet eine erfolgreiche Solokarriere. Die letzte aktuelle Besetzung der Rattles – Herbert Hildebrandt, Dicky Tarrach, Eggert Johannsen und Manne Kraski (Stand 12/2012)

Redbone

Die amerikanische Rockband Redbone wird 1968 in Los Angeles gegründet. Die vier Bandmitglieder waren Pete De-Poe (Schlagzeug), die Brüder Lolly Vegas (Gitarre) und Pat Vegas (Bass) sowie Tony Bellamy (Gitarre) sind waschechte Indianer.
Sie sind am Anfang ihrer Karriere Sessionmusiker bei Odetta und John Lee Hooker. Der erdige Sound mit indianischen Elementen wird als Swamp-Rock bezeichnet.
Die größten Hits der Band sind The Witch Queen Of New Orleans (1971), Maggie (1972) und We Were All Wounded At Wounded Knee(1973). 1977 löst sich die Band auf.

The Rubettes

Die Rubettes sind Anfang der 70er gefragte Studiomusiker. Sie beginnen als Sextett, doch bevor es richtig losgeht, gibt es schon die ersten personellen Veränderungen. Denn ursprünglich ist die Nummer Sugar Baby Love von den sechs Studiomusikern als Backing Track für einen Sänger aufgenommen, aber alle in Frage kommenden Aspiranten wollen die Nummer nicht. So singt schließlich Paul DaVinci (mit bürgerlichem Namen Paul Brewer) die Falsettstimme, verlässt aber nach der fertigen Produktion die Gruppe um eine Solo-Karriere zu starten. Als in der bekannten Sendung Top Of The Pops ein Künstler ausfällt springen die Rubettes ein und singen besagtes Sugar Baby Love. Wenig später ist die Aufnahme in GB und Deutschland auf Platz eins. Alan Williams übernimmt die Lead-Vocals, die weiteren Mitglieder sind: Pete Arnesen (key), Tony Thorpe (g), Bill Hurd (key), Mick Clarke (b) und John Richardson (d). Als wenig später Pete Arnesen aussteigt, machen die Rubettes als Quartett weiter. Bis 1977 hat die Gruppe insgesamt sechs Top-10-Notierungen. Die derzeit aktuelle Besetzung der Rubettes feat. Alan Williams: Alan Williams, Mick Clarke, John Richardson und Mark Haley (ex-Kinks). Es gibt noch eine weitere Formation: Rubettes feat. Bill Hurd. (Stand 25.12.2012)

Martha Reeves & The Vandellas

Die Band entsteht 1960 in Detroit, da schließen sich Martha Reeves (*18.07.1941), Annette Beard (*04.07.1943), Gloria Williams (*1942 - +2000) und Rosalyn Ashford (*02.09.1943) als Vokalgruppe unter dem Namen The Del-Phis zusammen. Kurze Zeit später erhalten sie ein Angebot von Motown unter dem Namen The Vels eine Single aufzunehmen und zu veröffentlichen. Die Single floppt und Williams verlässt die Band. 1962 helfen die drei übrigen Sängerinnen Marvin Gaye als Background-Chor auf Stubborn Kind of Fellow und ändern wenig später ihren Namen in Martha & The Vandellas. Der Name ist zusammengesetzt aus der Van Dyke Street, einer Detroiter Straße, und dem Vornamen von Reeves' Idol Della Reese. Die Band nimmt 1963 ihren ersten Song I'll Have To Let Him Go auf, nachdem Mary Wells (sie sollte das Stück eigentlich einsingen) nicht rechtzeitig zu dem Aufnahmetermin erscheint.
Durch den Song Come and Get These Memories wird das Songwriter-Team Holland–Dozier–Holland schließlich auf Martha & The Vandellas aufmerksam. Die drei verfassen daraufhin Heat Wave, das zum ersten Top 5-Hit der Band wird. Nach einem weiteren Top 10-Erfolg mit Quicksand, verläßt Beard die Gruppe und wird von Betty Kelly von den Velvelettes ersetzt. 1964 haben Martha & The Vandellas dann ihren größten Erfolg mit Dancing In The Street, das bis auf Platz 2 der Pop-Charts gelangt. 1965 folgen mit Nowhere To Run und I'm Ready For Love zwei weitere Hits.
1967 kehrt Kelly der Band den Rücken und muss durch Reeves' kleine Schwester Lois Reeves ersetzt werden, auf den folgenden Veröffentlichungen nennt sich die Band nun Martha Reeves & The Vandellas. Die Titel Jimmy Mack und Honey Chile sind im gleichen Jahr die letzten Hits der Band. 1968 wird Martha Reeves von einer schweren Krankheit befallen und 1969 verläßt Ashford die Vandellas. Stattdessen kommt Sandra Tilley, die auch schon Erfahrung bei den Velvelettes gesammelt hat. Noch drei weitere Jahre besteht die Band ohne irgendwelche Erfolge und gibt im Dezember 1972 schließlich ihr Abschiedskonzert.
In den 90ern kommt es zu verschiedenen Reunion-Konzerten der Vandellas mit Beard, Ashford und Martha Reeves. 1995 werden Martha & The Vandellas in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

The Renegades

Die vier Musiker Kim Brown, Denys Gibson, Ian Mallett und Graham Johnson aus der englischen Industriestadt Birmingham haben 1965 mit Cadillac ihren ersten und einzigen internationalen Hit. Im gleichen Jahr gehen sie in Finnland auf Tournee und werden dort frenetisch gefeiert. Aus diesem Grund bleiben die Renegades, so nennt sich die Band, zunächst in dem nordischen Land und werden dort zu Teenageridolen. Nach etlichen Hits in Finnland geht das Quartett auf Italien-Tournee und bleibt dort für eine Zeit hängen. Danach löst sich die Band schließlich auf. Johnson wird Barbesitzer in Italien, Mallett geht zur Plattenfirma WEA in Liverpool, Brown und Gibson werden Studiomusiker in GB.

Reparata & The Delrons

Die amerikanische Girl-Group Reparata & The Delrons ist insbesondere in den 60ern erfolgreich.
The Del-Rons - so benannt nach anderen erfolgreichen Del-Bands wie den Del-Vikings und den Del-Tones – beginnen 1962 als Quartett an der St. Brendan´s Catholic High School For Girls in Brooklyn, New York.
Leadsängerin ist Mary Aiese. Die anderen Gründungsmitglieder sind ihre Klassenkameradinnen Nanette Licari, Regina Gallagher und Anne Fitzgerald.
1964 hat sich das Lineup grundlegend gewandelt; die Del-Rons sind nun ein Quintett bestehend aus Sheila Reilly, Carol Drobnicki, Marhe McGuire und Kathy Romeo – nur Mary Aiese, die noch immer die führende Stimme singt, ist von den Gründerinnen noch dabei. Bei einem Auftritt in Brooklyn werden sie von den Plattenproduzenten Bill und Steve Jerome entdeckt.
Romeo und McGuire verlassen 1967 die Gruppe. Das verbliebene Trio nimmt die Jeromes als Manager und Produzenten. Die 17jährigen machen den beiden ihre ersten Schallplattenaufnahmen. Bei der neuen Single Whenever A Teenager Cries soll nach dem Vorbild von Patti LaBelle & The Bluebells oder Martha & The Vandellas der Name der Leadsängerin hervorgehoben werden. Da sich ihre Vornamen nicht eignen, entschliesst man sich für den Künstlernamen Reparata (nach dem Namen von Mary´s Lieblingsnonne der Grunschule). So wird aus den Del-Rons nun Reparata & The Delrons ohne Bindestrich zwischen Del und Rons.
Größere Erfolge bleiben auch weiterhin aus. Die Gruppe wechselt mehrfach die Plattenfirma. 1968 ist Captain Of Your Ship der erste Top-20-Erfolg, allerdings nicht nicht in den USA, sondern in GB. So sind Auftritte in Top-Of-The-Pops und im deutschen Beat-Club die logische Folge.
Mary Aise steigt Anfang der 70er aus und überlässt ihrer Kollegin Lorraine Mazzola die Namensrechte der Band, tritt dann aber selbst unter dem Namen Reparata wieder auf und hat mit Shoes noch einmal einen kleinen Hit. Den Namen hatte sie sich nach einem erfolgreichen Rechtstreit wieder zurückerobert.

Ricchi E Poveri

Die Ursprünge der italienischen Formation Ricchi E Poveri gehen zurück bis in das Jahr 1966. Franco Gatti und Angelo Sotgio verlassen die Gruppe Jet aus Genua und gründen im Herbst 1967 Ricchi E Poveri. Die beiden Sängerinnen Angela Bambrati und Marina Occhiena können zu diesem Zeitpunkt schon Bühnenerfahrung vorweisen. 1970 und 1971 werden sie beim bekannten San-Remo-Festival jeweils zweite und in Italien entwickeln sie sich zu Stars. 1979 treffen sie in München auf den deutschen Song-Autor Fred Jay. Unter der Regie von Toto Cutugno nehmen Ricchi E Poveri ein Album auf, allerdings jetzt nur noch als Trio, denn Marina hat die Band bereits verlassen. 1981 und 1982 sind sie bei uns in Deutschland im Zuge der Italo-Welle recht erfolgreich. Ihre größten Hits bei uns: Made In Italy und Mama Maria.

The Ritchie Family

Das amerikanische Pop-Trio The Ritchie Family stammt aus Philadelphia und feiert ihre großen Erfolge von Mitte bis Ende der 70er, als die Disco-Welle ihre erfolgreichste Zeit erlebt.
Das Trio farbiger Sängerinnen wird Mitte der 70er von den zwei französischen Produzenten Jacques Morali und Henri Belolo gegründet, die später auch Village People aus der Taufe heben.
Das Trio besteht ursprünglich aus Cheryl Jacks, Cassandra Wooten und Gwen Oliver. In der Zeit von 1975 bis 1977 nehmen sie vier Alben auf, darunter 1975 Brazil, (das es immerhin in die Top-20 schafft) und 1977 African Queen. Der Name der Gruppe soll eine Anspielung auf den Schallplattenproduzenten Ritchie Rome sein. In dieser Zeit werden 10 Singles auf den Markt gebracht, darunter 1976 die Aufnahnme „Best Disco in Town“
1978 wird das Trio gegen Jacqui Lee-Smith, Dodie Draher und Ednah Holt komplett ausgetauscht.
Das im gleichen Jahr erscheinende Album „American Generation“ läutet den langsamen Abschied der Dico-Ära ein und man bewegt sich Richtung Euro-Pop.
In der Folge kommt es zu weiteren Wechseln in der Gruppe und man tut sich mit 1980 Village People zusammen um gemeinsam den Film Can't Stop The Music zu drehen. Dieser wird ein gewaltiger Tiefschlag und von den Kritikern völlig zerrissen; dennoch verkauft sich der Soundtrack zum Film weltweit ganz gut. Die Disco-Ära ist jedoch vorbei, vor allem in den Vereinigten Staaten.
Man beschließt sich aufzulösen, doch nach dieser Entscheidung wird beim Produzenten der Gruppe Jacques Morali AIDS festgestellt und so bleibt die Gruppe als Vera Brown And Tht Rich Girls mit einem einzigen Song Too Much Too Fast bestehen, der aber ein Fehlschlag ist. Vera Brown ruft mit Dodie Draher und Jacqui Smith-Lee die Ritchie Family wieder ins Leben, ohne jedoch weitere Aufnahmen zu veröffentlichen.

The Rolling Stones

Am 12.07.1962 haben die Rolling Stones beim Jazz-Club der BBC ihren ersten Auftritt. Die Besetzung: Mick Jagger, Brian Jones (+03.07.1969), Keith Richard, Ian Stewart (der lange Jahre als sechster Rolling Stone gilt, aber immer hinter der Bühne spielt (+12.12.1985), Dick Taylor (später Pretty Things) und Tony Chapman. Noch im gleichen werden Chapman und Taylor gegen Bill Wyman und Charlie Watts ausgetauscht. 1963 unterschreibt die Band einen Vertrag bei Decca und bringt die Debüt-Single Come On (im Original von Chuck Berry) heraus. Die Rolling Stones werden die erfolgreichste R&B-Band der Welt. I Wanna Be Your Man stammt von Lennon/McCartney, Not Fade Away von Buddy Holly, It´s All Over Now ein Hit der Valentines und Little Red Rooster stammt von Willie Dixon. Alle anderen Songs der Stones stammen aus der Feder von Jagger/Richards. Brian Jones steigt kurz vor seinem Tod wegen musikalischer Differenzen bei den Rolling Stones aus und wird durch Mick Taylor ersetzt. 1975 kommt dann Ron Wood von den Faces für Mick Taylor. Von 1964 bis 1989 ist die Band in GB, USA und Deutschland 36mal in den Top-10, davon 14mal auf Platz eins.

Roxy Music

Roxy Music wird 1971 von Bryan Ferry, Andy Mackay und Brian Eno in London gegründet.
Nachdem die Urbesetzung um Schlagzeuger Paul Thompson und Graham Simpson am Bass erweitert wird, finden Roxy Music im ehemaligen Mitglied der Band The Nice, David O’List, einen namhaften Gitarristen, der jedoch bereits wenige Monate später die Band nach Spannungen mit Thompson wieder verläßt. Sein Nachfolger wird Phil Manzanera, der Roxy Music zuvor bereits als Roadmanager unterstützt hat. In dieser Besetzung wird das erste Album Roxy Music produziert und von Pete Sinfield eingespielt, das im Juni 1972 erscheint und in den britischen LP-Charts Platz 10 erreicht. Eine erste Single mit dem Titel Virginia Plain, stürmt im August 1972 ebenfalls die englischen Charts und erreicht Platz vier. Rik Kenton hat für die Aufnahmen zu dieser Single bereits Graham Simpson am Bass abgelöst, doch bleibt dies auch seine einzige Veröffentlichung mit Roxy Music. Sein Nachfolger John Porter arbeitet mit der Band auf den Nachfolgestücken der Single Pyjamarama sowie dem Album For Your Pleasure.
Im Juni 1973 verläßt Brian Eno im Streit mit Bryan Ferry die Band und widmet sich fortan Soloprojekten. Sein Nachfolger wird Eddie Jobson, der nicht nur Synthesizer und Keyboards spielt, sondern auch mit seinen Fähigkeiten an der Violine eine weitere Farbnote in die Musik der Band bringt. Mit Jobson sowie dem festen Studiobassisten John Gustafson entstehen die Alben Stranded (1973), Country Life (1974) und Siren (1975).
Nach der Veröffentlichung des Albums Siren 1975 soll für vier Jahre kein neues Studioalbum entstehen. Lediglich das Livealbum Viva! Roxy Music, das Konzertaufnahmen aus den Jahren 1973 bis 1975 vereint, kommt 1976 auf den Markt. In einem am 19. Juni 1976 im New Musical Express veröffentlichten Interview verkündet Bryan Ferry schließlich die Beendigung der Zusammenarbeit von Roxy Music aufgrund musikalischer Differenzen.
Roxy Music veröffentlicht bis 1982 noch zwei weitere Studiowerke, Flesh And Blood sowie Avalon. Diese Alben sind kommerziell überaus erfolgreich und tragen dazu bei, ihren Ruf als eine der stilprägendsten Bands zu festigen. Beiden Alben folgen noch erfolgreiche Tourneen. Nach Abschluss der letzten Tour durch Japan löst Bryan Ferry die Band ein zweites Mal auf.
2001 kommt die Band noch einmal zusammen.

The Royal Guardsmen

Die Rockband „The Royal Guardsmen“ stammt aus Ocala in Florida. Sie besteht aus sechs Musikern. Ursprünglich heisst die Gruppe „The Pulsations“, aber wegen der großen Erfolge britischer Bands wie den Beatles und den Rolling Stones zu dieser Zeit geben sie sich einen britisch klingenderen Namen. Ihr erster Erfolg ist 1966 der Hit „Snoopy Vs. The Red Baron“, der auch der Titel ihres ersten Albums wird. Auch in späteren Alben behandeln sie die gleichen Themen, Snoopy, Manfred von Richthofen (den roten Baron) und Flugzeuge. 1967 erscheint z. B. „Return Of The Red Baron“ (als Album und Single). Ende 1967 folgt das Album „Snoopy And His Friends“, das in den amerikanischen Charts Platz 46 erreicht. Der bekannteste Song dieser LP ist „Snoopy’s Christmas“. Auf dem Cover der LP befinden sich Karikaturen der Bandmitglieder, die sogar von dem Snoopy-Erfinder Charles M. Schulz höchstpersönlich gezeichnet sind. Insgesamt bringen sie vier Alben heraus. Die Band trennt sich 1969 wegen Erfolgslosigkeit.


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