Heroes Of Rock & Pop ist seit dem 8. April 2009 bei Radio Ostfriesland jeden Samstag von 14:00 bis 15:00 Uhr zu hören
Sie bekommen Informationen über die Stars hinter der Musik der 60´s - 70´s & 80´s und alle vier Wochen die internationalen Oldie-Charts
Sendetermine:
Samstag, 07.11.26 - 14:00 Uhr | Heroes Of Rock & Pop
Samstag, 14.11.26 - 14:00 Uhr | Internationale Oldie-Charts
Samstag, 21.11.26 - 14:00 Uhr | Heroes Of Rock & Pop
Samstag, 28.11.26 - 14:00 Uhr | Heroes Of Rock & Pop


Hintergrundinformationen
Erinnerungen an Musik-Shows wie den Musikladen, Beatclub oder Disco im ZDF? Ein Streifzug durch die Musikgeschichte der vergangenen Jahrzehnte erwartet Sie
Auch das gibt es in der Sendung Heroes Of Rock & Pop: Wir zeichnen ein Poträt von Sängern*innen und Bands
Das Starporträt




Informationen über die Single-Charts aus Deutschland, Großbritannien und die USA
In Fünfjahresschritten geht es 60 - 55 - 50 - 45 und 40 Jahre zurück - Das sind 2026 die Jahrgänge 1966, 1971, 1976, 1981 und 1986
Informationen über die deutschen Single-Chart
Die Single-Charts in Deutschland gibt es seit 1954. Zu diesem Zeitpunkt kommt die Juke-Box aus den USA nach Westdeutschland. Die Auswertung basiert zunächst auf den monatlichen Charts der Zeitschrift "Der Automatenmarkt", der die Abspielzahlen von Singles in öffentlichen Jukeboxen zugrunde liegen
Bereits ab Dezember 1953 gibt es eingeschränkte Informationen zu populären Titeln. Die erste deutschlandweite Hitliste wird für den Monat März 1954 veröffentlicht. An der Chartspitze steht der Titel "Wir, wir, wir haben ein Klavier" von "Zehn Whiskeys und ein Soda". Somit gilt diese Aufnahme als erster Nummer-eins-Hit der deutschen Chartgeschichte.Im Juli 1959 erscheint erstmals die Zeitschrift "Musikmarkt", die ebenfalls mit einer Hitliste aufwartet. Diese erscheint zunächst auch monatlich und ist ausgereifter, weil hier auch der Notenverkauf, die Airplay-Einsätze und der Tonträgerverkauf einbezogen wird. Der erste Nummer-eins-Erfolg in den Musikmarkt-Hitparaden ist "Die Gitarre und das Meer" von Freddy Quinn.
Innerhalb kürzester Zeit läuft der "Musikmarkt" den "Boxen-Charts" den Rang ab und übernimmt die offizielle Rolle der deutschen Charts.
Bis Dezember 1964 erscheinen die Charts monatlich und ein Titel, egal ob Original und ein oder mehrere Cover und Sprachen, erhalten die gleiche Platzierung: siehe Beispiel:
1. Memphis Tennessee | Claudio, Rik Und Roger
1. Memphis Tennessee| Pat Boone
1. Memphis Tennessee | Johnny Rivers
1. Memphis Tennessee | Bernd Spier
Mit Beginn des Jahres 1965 basieren die Charts auf den reinen Plattenverkäufen und erscheinen nun zweimal im Monat und ab Januar 1971 erscheinen die deutschen Single-Charts wöchentlich.
Informationen über die britischen Single-Charts
Britische Single-Charts existieren seit dem 14. November 1952. Der New Musical Express veröffentlichte damals eine Liste der zwölf meistverkauften Singles, die anhand einer Umfrage bei zwanzig größeren Schallplattenhändlern erstellt wurde; Titel mit einer genau gleichen Verkaufszahl teilten sich die Platzierung, sodass die erste Ausgabe der britischen Charts 15 Titel umfasste (angeführt von Al Martinos „Here In My Heart“).
In den folgenden Jahren wurde die Liste stetig erweitert: auf 20 Titel im Oktober 1954, auf 30 im April 1956. Andere Zeitschriften wie Record Mirror und Melody Maker begannen mit der Veröffentlichung eigener Hitlisten. Der Record Retailer, der Vorgänger der Music Week, begann im März 1960 mit der Veröffentlichung einer Top-50-Liste. In den 60er-Jahren konkurrierten die Listen der einzelnen Publikationen miteinander; die BBC verwendete in ihrem Radioprogramm wiederum eine eigene Liste, die sie aus mehreren Zeitschriften errechnete.
Im Februar 1969 schlossen sich die BBC und der Record Retailer zusammen und lagerten die Erhebung der Charts an eine externe Firma aus. Die Liste umfasste zunächst 50 Titel, im Mai 1978 wurde sie auf 75 Titel erweitert. Durch den technischen Fortschritt wurde es möglich, die Charts nach Abschluss der Verkaufswoche (am Sonnabend) innerhalb kurzer Zeit zu erstellen; die neuen Charts liegen seit Oktober 1987 am Sonntag vor und werden von der BBC noch am selben Tag ausgestrahlt. Seit Anfang der 90er-Jahre werden die Charts von The Official UK Charts Company erhoben, die bis 2001 als CIN (Chart Information Network) firmierte.
Während sich die Charts-Sendung der BBC aktuell weiterhin auf die Top 40 beschränkt, veröffentlichen andere Quellen die Top 75, die Top 100 oder gar die Top 200.
Die US-Billboard-Charts
Die Geschichte der Billboard Charts ist im Grunde die Geschichte davon, wie sich die amerikanische Musikindustrie verändert hat – von Notenblättern und Plattenläden über Radio und Jukeboxen bis zu Downloads und Streaming.
Die Geschichte beginnt am 1. November 1894 in Cincinnati. Das Magazin hieß zunächst Billboard Advertising und beschäftigte sich vor allem mit Plakatwerbung und Außenwerbung. Bald kamen Berichte über Zirkus, Jahrmärkte, Varieté und andere Formen der Unterhaltung hinzu. Erst allmählich entwickelte sich Billboard zu einem wichtigen Fachblatt der Unterhaltungsindustrie.
Der erste Vorläufer der heutigen Charts erschien 1913.
Damals wurden noch Notenblätter verkauft. Für viele Musiker und Verlage war das Geschäft mit gedruckten Noten wichtiger als der Verkauf von Schallplatten. Billboard begann deshalb, die meistverkauften Noten aufzulisten. Das ist ein wichtiger Punkt: Die ersten Billboard-Charts waren keine Plattencharts. Sie zeigten zunächst, welche Songs besonders beliebt waren.
In den 1920er-Jahren kamen zunehmend Radioauftritte und Live-Aufführungen als Indikatoren für Popularität hinzu.
Am 4. Januar 1936 machte Billboard einen entscheidenden Schritt:
Es veröffentlichte erstmals eine Hitliste, die sich tatsächlich auf den Verkauf von Schallplatten bezog.
Sie hieß: „Ten Best Records for Week Ending“
Sie umfasste zunächst die zehn meistverkauften Platten ausgewählter großer Plattenfirmen. Allerdings stammten die Verkaufszahlen noch weitgehend direkt von den Plattenfirmen.
Das klingt heute primitiv, war aber ein Wendepunkt: Zum ersten Mal versuchte ein Fachmagazin regelmäßig zu beantworten: Welche Schallplatten sind in Amerika gerade die erfolgreichsten?
In den 1930er- und 1940er-Jahren wurde immer deutlicher, dass Verkaufszahlen allein nicht ausreichten. Ein Song konnte im Radio ständig gespielt werden, ohne entsprechend viele Platten zu verkaufen. Umgekehrt konnte eine Platte in bestimmten Regionen sehr gut verkauft werden, ohne landesweit im Radio präsent zu sein.
Billboard begann deshalb, verschiedene Formen der Popularität getrennt zu erfassen: Plattenverkäufe, Radioeinsätze, Jukebox-Einsätze und Notenverkäufe.
1937 kam beispielsweise eine Liste hinzu, die die Songs mit den meisten Radio-Plays erfasste.
Und 1938 wurden die Jukeboxen berücksichtigt. Das war besonders wichtig, denn in den USA standen damals in Bars, Restaurants und Tanzlokalen riesige Mengen von Jukeboxen.
Am 27. Juli 1940 veröffentlichte Billboard seinen ersten großen nationalen „Music Popularity Chart“. Hier wurden verschiedene Faktoren berücksichtigt: Plattenverkauf - Verkäufe in Geschäften.
Radio: Wie häufig wurde ein Titel gespielt?
Jukebox: Wie häufig wurde er ausgewählt?
Noten: Wie erfolgreich war der Song als Notenausgabe?
Damit entstand erstmals ein wirklich umfassender Versuch, die Popularität eines Songs zu messen.
Der erste Spitzenreiter der nationalen Billboard-Verkaufsliste war Tommy Dorsey mit „I'll Never Smile Again“. Die Platte blieb insgesamt zwölf Wochen auf Platz 1.
Die 1940er und frühen 1950er: Mehrere Charts nebeneinander.
Billboard hatte zu dieser Zeit noch nicht die eine große Hitparade, die wir heute kennen.
Es gab unterschiedliche Listen für unterschiedliche Aspekte des Musikgeschäfts. Zum Beispiel:
Best Sellers in Stores – was wurde in Geschäften verkauft?
Most Played by Jockeys – was spielten die Radiomoderatoren?
Most Played in Jukeboxes – was wurde in Jukeboxen ausgewählt?
Das ist historisch sehr interessant, weil diese Listen teilweise zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen.
Ein Song konnte beispielsweise im Radio riesig sein, aber im Plattenverkauf noch nicht ganz oben stehen.
1955: Die Geburt der Hot 100
Hier wird es etwas kompliziert. Die heutige Hot 100 entstand nämlich nicht aus dem Nichts. Billboard experimentierte schon Mitte der 1950er mit einer kombinierten Single-Hitliste. Mit dem Aufkommen des Rock'n'Roll wurde eine gemeinsame Pop-Hitparade immer wichtiger.
1955/56 tauchten plötzlich Künstler auf, die die bisherige Musiklandschaft völlig veränderten: Elvis Presley, Little Richard, Chuck Berry, Fats Domino, Buddy Holly, Jerry Lee Lewis oder Bill Haley & His Comets. Die Trennung zwischen verschiedenen Musikstilen wurde zunehmend schwieriger.
Der entscheidende Moment kam im Sommer 1958. Billboard beschloss, seine verschiedenen Single-Charts zu einer einzigen großen Liste zusammenzuführen.
Am 4. August 1958 erschien erstmals die: Billboard Hot 100. Sie sollte die wichtigsten Faktoren miteinander verbinden: Plattenverkäufe + Radioeinsätze
Der allererste Nummer-eins-Hit der Hot 100 war: 🎵 Ricky Nelson – „Poor Little Fool“
Damit war die Hitparade geboren, die bis heute als wichtigste amerikanische Singlechart gilt.
Die Hot 100 war mehr als eine Rangliste. Sie wurde zu einer Art Währung der Musikindustrie.
Ein Platz in den Billboard-Charts konnte für einen Künstler bedeuten: mehr Plattenverkäufe, bessere Radiopräsenz, höhere Gagen, größere Konzertangebote und mehr Aufmerksamkeit der Plattenfirmen. Und natürlich wurde besonders der Platz 1 zum Symbol des Erfolgs. Ein „Billboard No. 1“ war etwas, womit Plattenfirmen und Künstler werben konnten.
Parallel entwickelte Billboard seine Albumcharts. Ursprünglich gab es verschiedene Listen, unter anderem für die meistverkauften LPs. Mit dem Siegeszug der Langspielplatte in den 1960er-Jahren wurde das Album immer wichtiger.
Das war insbesondere für Künstler wie: The Beatles, The Rolling Stones, Bob Dylan, The Beach Boys oder Simon & Garfunkel von Bedeutung.
Denn in den 1960ern begann sich die Musikindustrie von einer reinen Single-Kultur zu einer Album-Kultur zu entwickeln. Die Albumcharts entwickelten sich schließlich zur heutigen Billboard 200.
Die Hot 100 dokumentiert geradezu die musikalische Revolution der 1960er.
1964 kamen beispielsweise die Beatles in die USA – und dominierten die Charts. Im April 1964 gelang den Beatles etwas bis dahin Unvorstellbares: Sie belegten die ersten fünf Plätze der Hot 100 gleichzeitig mit: „Can't Buy Me Love“, „Twist and Shout“, „She Loves You“, „I Want to Hold Your Hand“ und „Please Please Me“
Das ist bis heute eine der spektakulärsten Leistungen in der Geschichte der Hot 100.
In den 1970ern und 1980ern veränderte sich die Messung erneut. Billboard begann, immer stärker mit professionellen Marktforschungsdaten zu arbeiten. Mit der Entwicklung des kommerziellen Radios wurde die Frage wichtig: Wie oft wird ein Song tatsächlich gespielt?
In den 1980ern wurden außerdem elektronische Systeme eingeführt, die Radioplays und Verkäufe wesentlich genauer erfassen konnten. Eine entscheidende Rolle spielte später Nielsen SoundScan, das ab 1991 die tatsächlichen Verkäufe elektronisch erfasste.
Damit ging eine Ära zu Ende, in der Verkaufszahlen teilweise auf Händlerbefragungen und Meldungen beruhten.
1991 war eine kleine Revolution.
Mit SoundScan konnte Billboard wesentlich genauer feststellen, wie viele Exemplare einer Platte tatsächlich verkauft wurden. Das hatte überraschende Konsequenzen.
Plötzlich konnten beispielsweise Country-, Hip-Hop- oder Alternative-Künstler hohe Chartpositionen erreichen, obwohl sie bei den traditionellen Händlerbefragungen weniger sichtbar gewesen waren.
Die Charts wurden dadurch stärker zu einem tatsächlichen Abbild des Marktes.
1990er/2000er: Hip-Hop und neue Musikmärkte. Billboard begann außerdem, immer mehr genrebezogene Charts zu führen.
Zum Beispiel: R&B/Hip-Hop, Country, Rock, Alternative, Dance, Latin, Christian und Jazz
Damit wurde Billboard nicht mehr nur eine Pop-Hitparade, sondern ein riesiges Kartensystem der amerikanischen Musikindustrie. Heute existieren Hunderte verschiedener Billboard-Charts.
Um die Jahrtausendwende kam die nächste Revolution: MP3 und Downloads. Dann kam iTunes und der legale digitale Musikverkauf. Billboard musste deshalb beantworten: Zählt ein digital heruntergeladener Song genauso wie eine gekaufte CD?
Die Antwort war schließlich: ja – digitale Verkäufe wurden Bestandteil der Chartberechnung. Damit konnte ein Song plötzlich durch digitale Downloads sehr schnell in die Charts schießen.
2010er: Streaming verändert alles erneut, denn dann kam Spotify, YouTube, Apple Music und andere Streamingdienste. Und damit wurde die alte Vorstellung vom „verkauften Tonträger“ zunehmend bedeutungslos. Billboard integrierte Streamingdaten in seine wichtigsten Charts.
Heute berücksichtigt die Hot 100 grundsätzlich mehrere Arten von Erfolg: Verkäufe + Radio + Streaming. Dabei werden digitale Downloads, physische Verkäufe und verschiedene Formen des Streamings unterschiedlich gewichtet. Die genaue Methodik wird von Billboard regelmäßig angepasst.
Heute: Was bedeutet ein „Billboard-Hit“?
Das Interessante ist: Ein Nummer-eins-Hit bedeutet heute etwas anderes als 1965.
1965 bedeutete ein Hit vor allem: Viele Menschen kaufen die Single und hören sie im Radio.
Heute kann ein Hit beispielsweise entstehen durch: Millionen Streams + starke Radioeinsätze + digitale Verkäufe.
Das führt auch zu einer interessanten Veränderung der Lebensdauer von Hits. Früher wechselten Nummer-eins-Hits häufig nach wenigen Wochen. Heute können extrem erfolgreiche Songs monatelang oben bleiben, weil Streaming dauerhaft große Mengen an Abrufen erzeugt.
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